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Stromverbrauch Wärmepumpe berechnen

Der Jahresstromverbrauch ergibt sich aus der jährlich benötigten Heizwärme geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Hier die Formel, ein Rechenbeispiel und eine Tabelle zum Nachschlagen.

Die Formel für den Stromverbrauch

Strom (kWh/Jahr) = Heizwärmebedarf (kWh/Jahr) ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage über ein ganzes Jahr aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Wie sie entsteht und wie Sie sie an der eigenen Anlage messen, steht auf der Seite JAZ der Wärmepumpe berechnen.

Rechenbeispiel (Annahmen)

  • Annahme: Heizwärmebedarf 15.000 kWh im Jahr (Beispielwert, kein Messwert).
  • Annahme: Luft/Wasser-Wärmepumpe mit JAZ 3,4 (Mittelwert aus dem Feldtest unten).
  • Rechnung: 15.000 kWh ÷ 3,4 ≈ 4.412 kWh Strom im Jahr.
  • Annahme: 30 ct/kWh Strompreis. Dann sind das rund 1.324 € im Jahr. Ihr eigener Arbeitspreis weicht davon ab.

Tabelle: Stromverbrauch nach Heizwärmebedarf und JAZ

Jahresstromverbrauch in kWh. Die Heizwärmebedarfe sind Beispielwerte zum Ablesen, die JAZ-Spalten stammen aus dem Fraunhofer-ISE-Feldtest.

Jahresstromverbrauch einer Wärmepumpe in kWh nach Heizwärmebedarf und Jahresarbeitszahl
Heizwärmebedarf (Annahme)JAZ 2,6niedrigste Luft/Wasser-Anlage im FeldtestJAZ 3,4Luft/Wasser, Mittelwert im FeldtestJAZ 4,3erdgekoppelt, Mittelwert im Feldtest
10.000 kWh/Jahr3.846 kWh2.941 kWh2.326 kWh
15.000 kWh/Jahr5.769 kWh4.412 kWh3.488 kWh
20.000 kWh/Jahr7.692 kWh5.882 kWh4.651 kWh
25.000 kWh/Jahr9.615 kWh7.353 kWh5.814 kWh
30.000 kWh/Jahr11.538 kWh8.824 kWh6.977 kWh

Quellen: Heizwärmebedarf = Annahme (Beispielwerte). JAZ 2,6 / 3,4 / 4,3 = Fraunhofer ISE, Presseinformation vom 03.11.2025 (Feldtest an 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern; Luft/Wasser Mittelwert 3,4, niedrigster Wert 2,6; erdgekoppelt Mittelwert 4,3). Stromverbrauch = Heizwärmebedarf ÷ JAZ, auf ganze kWh gerundet.

Was den Stromverbrauch verändert

  • Wärmequelle: Erdgekoppelte Anlagen erreichten im Feldtest im Mittel eine höhere JAZ (4,3) als Luft/Wasser-Anlagen (3,4) und brauchen damit für dieselbe Wärme weniger Strom.
  • Vorlauftemperatur: Je niedriger die Temperatur, die das Heizsystem braucht, desto weniger Strom je erzeugter Kilowattstunde Wärme. Das Fraunhofer ISE berichtet, dass ausreichend dimensionierte Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben werden konnten wie Flächenheizungen.
  • Heizstab: Bei Luft/Wasser-Anlagen im Feldtest lieferte der Heizstab 1,3 % der elektrischen Arbeit. Bei sehr kalten Wintern oder zu knapp ausgelegter Anlage kann der Anteil höher liegen.
  • Auslegung: Eine passende Leistung setzt eine raumweise berechnete Heizlast voraus. Wie die Heizlast nach DIN EN 12831 zustande kommt, erklärt Heizlastberechnung online; zur Leistungsauswahl siehe Wärmepumpe auslegen und dimensionieren.
  • Warmwasser und Nutzung: Wer Warmwasser mit der Wärmepumpe bereitet und wie warm die Räume gehalten werden, verschiebt den Heizwärmebedarf. Legen Sie bei der Rechnung dieselbe Bilanzgrenze für Wärme und JAZ zugrunde.

Heizlast ist nicht Jahresverbrauch

HeizNorm berechnet die Heizlast nach DIN EN 12831-1:2017-09 i. V. m. DIN/TS 12831-1:2020-04 (§ 60c Abs. 2 S. 2 GEG), vereinfachtes Verfahren. Das Ergebnis ist eine Leistung in Watt je Raum und für das Gebäude — Grundlage für die Auslegung, nicht für die Jahresenergie. Das PDF weist raumseitige Ergebnisse und den Bauteilnachweis je Raum aus.

Häufige Fragen zum Stromverbrauch der Wärmepumpe

Wie berechne ich den Stromverbrauch einer Wärmepumpe?
Jahresstromverbrauch in kWh = jährlich benötigte Heizwärme in kWh ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ). Bei 15.000 kWh Heizwärme und einer JAZ von 3,4 sind das rund 4.412 kWh Strom im Jahr. Der Heizwärmebedarf ist die Eingabe, die Sie kennen oder abschätzen müssen — die JAZ hängt von Anlage und Betrieb ab.
Welche Jahresarbeitszahl kann ich ansetzen?
In einem Feldtest des Fraunhofer ISE an 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern lag die mittlere JAZ der Luft/Wasser-Wärmepumpen bei 3,4 (niedrigster Wert 2,6, höchster 4,9), die der erdgekoppelten Anlagen bei 4,3 (Bandbreite 3,6 bis 5,4). Für Ihre Anlage zählt die Planung mit Ihrer Vorlauftemperatur — die Mittelwerte sind eine Orientierung, kein Versprechen.
Ist die Heizlast dasselbe wie der Heizwärmebedarf?
Nein. Die Heizlast in kW ist eine Leistung am Auslegungspunkt (kältester Tag) und dient der Dimensionierung. Der Heizwärmebedarf in kWh ist eine Jahresenergie. Aus der Heizlast allein lässt sich der Stromverbrauch nicht ableiten; den Jahresbedarf schätzen Sie aus dem bisherigen Verbrauch oder aus einer Energiebilanz.
Wie schätze ich den Heizwärmebedarf eines Altbaus?
Am einfachsten aus dem bisherigen Brennstoffverbrauch mehrerer Jahre: Verbrauch in kWh mal Nutzungsgrad der alten Heizung. Den Nutzungsgrad setzen Sie nicht pauschal auf 100 %; er liegt bei älteren Kesseln darunter. Alternativ liefert eine Energiebilanz des Gebäudes den Bedarf.
Was kostet der Strom der Wärmepumpe pro Jahr?
Stromverbrauch in kWh mal Ihr Arbeitspreis. Als reine Beispielannahme: 4.412 kWh bei 30 ct/kWh ergeben rund 1.324 € im Jahr. Ihr tatsächlicher Strompreis oder ein Wärmepumpentarif weicht davon ab.
Warum weicht der gemessene Verbrauch von der Rechnung ab?
Weil der Heizwärmebedarf geschätzt ist, die JAZ je Anlage streut und Warmwasser, Heizstab-Betrieb und Nutzerverhalten mitspielen. Im genannten Feldtest übernahm der Heizstab bei Luft/Wasser-Anlagen 1,3 % der elektrischen Arbeit; in kälteren Wintern oder bei zu klein geplanten Anlagen kann der Anteil höher liegen.

Heizlast berechnen, bevor die Anlage ausgewählt wird

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