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Wärmepumpe auslegen und dimensionieren

Die richtige Auslegung einer Wärmepumpe beginnt nicht mit dem Hersteller-Katalog, sondern mit der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Diese Seite erklärt den gesamten Dimensionierungsprozess — von der Gebäudeheizlast bis zur Wärmepumpen-Leistungsauswahl.

Schritt-für-Schritt: Wärmepumpe richtig auslegen

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Heizlast nach DIN EN 12831 berechnen

Die Gebäudeheizlast in kW ist die einzig verlässliche Grundlage. Sie ergibt sich aus Transmissionsverlusten (Außenwände, Fenster, Dach, Boden) und Lüftungswärmeverlusten. Eine raumweise Berechnung ist Voraussetzung für BAFA-Förderung und hydraulischen Abgleich. Heizlast online nach DIN EN 12831 berechnen →

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Norm-Außentemperatur des Standorts ermitteln

Die Norm-Außentemperatur ist der kälteste Auslegungsfall. Sie variiert je nach Standort stark: München −14 °C, Berlin −12 °C, Düsseldorf −8 °C. Die Wärmepumpe muss bei dieser Temperatur die volle Heizlast decken.

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Vorlauftemperatur bestimmen

Die Vorlauftemperatur richtet sich nach dem Heizsystem: Fußbodenheizung 35 °C, sanierte Heizkörper 45 °C, Altbau-Heizkörper 55–60 °C. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter die Wärmepumpe (jedes Grad weniger verbessert die JAZ um ca. 2–3 %).

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Wärmepumpen-Leistung am Auslegungspunkt wählen

Maßgeblich ist die Wärmepumpen-Leistung bei Norm-Außentemperatur und erforderlicher Vorlauftemperatur — nicht die Nennleistung bei A7/W35. Monovalenter Betrieb: Wärmepumpe deckt 100 % der Heizlast. Bivalenter Betrieb: Wärmepumpe deckt 60–70 %, Spitzenlast übernimmt ein Kessel oder Heizstab.

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Hydraulischen Abgleich einplanen

Der hydraulische Abgleich nach Verfahren B ist BAFA-Pflicht. Er stellt sicher, dass jeder Raum genau die berechnete Heizwassermenge bekommt — Grundlage dafür sind die raumweisen Heizlasten aus der DIN-EN-12831-Berechnung.

Faustformel kW nach Dämmstandard — und ihre Grenzen

Die folgende Tabelle zeigt typische Heizlast-Richtwerte nach Gebäudestandard. Sie ist ein erster Anhaltspunkt — ersetzt aber keine normkonforme Berechnung nach DIN EN 12831.

GebäudestandardHeizlast (W/m²)Beispiel 120 m²WP-Leistung ca.
Unsanierter Altbau (vor 1980)100–15012–18 kW12–18 kW
Teilsanierter Altbau (1980–1995)70–1008–12 kW8–12 kW
Sanierter Altbau (KfW-55-Niveau)50–706–8 kW6–8 kW
GEG-Neubau (nach 2016)25–403–5 kW3–5 kW

* Richtwerte — tatsächliche Heizlast per DIN-EN-12831-Berechnung ermitteln. Standort (Norm-Außentemperatur) und Gebäudegeometrie können erheblich abweichen.

Warum die Faustformel für BAFA nicht reicht

Die BAFA akzeptiert nur eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Flächenbasierte Faustformeln führen regelmäßig zu Überdimensionierung um 20–30 % — das verschlechtert die JAZ und kostet unnötig Investitionskosten.

Überdimensionierung vs. Unterdimensionierung

Überdimensionierung: häufiges Takten

  • • Wärmepumpe schaltet zu oft ein und aus
  • • Erhöhter Verschleiß an Kompressor
  • • Schlechtere Jahresarbeitszahl (JAZ)
  • • Höhere Stromkosten trotz größerer Anlage
  • • Bei modulierenden WP weniger kritisch

Unterdimensionierung: Heizstab-Betrieb

  • • Wärmepumpe reicht bei Kälte nicht aus
  • • Elektrischer Heizstab springt an (Wirkungsgrad 1:1)
  • • Deutlich höhere Stromkosten im Winter
  • • Raumtemperaturen nicht erreichbar
  • • BAFA-Förderung kann abgelehnt werden

Weiterführende Ressourcen zur Wärmepumpen-Auslegung

Häufige Fragen zur Wärmepumpen-Auslegung

Wie viel kW Wärmepumpe brauche ich für 120 qm?+

Je nach Dämmstandard zwischen 3 und 12 kW. Im sanierten Altbau (50–70 W/m²) sind es rund 6–8 kW, im Neubau nach GEG (25–40 W/m²) eher 3–5 kW, im unsanierten Altbau vor 1980 (100–150 W/m²) bis zu 12–18 kW. Verlässlich ist nur eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 — die Faustformel ist nur ein erster Anhaltspunkt.

Was ist der Auslegungspunkt einer Wärmepumpe?+

Der Auslegungspunkt ist die Kombination aus Norm-Außentemperatur (z. B. −12 °C für München) und der erforderlichen Vorlauftemperatur (z. B. 35 °C bei Fußbodenheizung). An diesem Punkt muss die Wärmepumpe die volle Gebäudeheizlast decken. Hersteller geben Leistung oft bei A7/W35 an — das ist aber nicht der Auslegungspunkt!

Was passiert bei Überdimensionierung einer Wärmepumpe?+

Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet häufig — das heißt, sie schaltet dauernd ein und aus. Das erhöht den Verschleiß, verschlechtert die Jahresarbeitszahl (JAZ) und erhöht die Stromkosten. Bei modulierenden Wärmepumpen ist Takten weniger ein Problem, aber eine grobe Überdimensionierung bleibt unwirtschaftlich.

Muss ich für die BAFA-Förderung eine Heizlastberechnung vorlegen?+

Ja. Seit 2023 ist eine normkonforme Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 Pflichtnachweis für BAFA-Förderanträge bei Wärmepumpen. Die Berechnung muss raumweise Heizlasten, U-Werte und die Norm-Außentemperatur des Standorts dokumentieren.

Luft-Wasser oder Sole-Wärmepumpe — welche ist richtiger für mein Gebäude?+

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind einfacher zu installieren, verlieren aber bei sehr kalten Temperaturen an Leistung. Sole-Wärmepumpen (Erdwärme) liefern gleichmäßigere Leistung ganzjährig und eignen sich besonders bei hohen Heizlasten (> 12 kW). Die Auslegung sollte in jedem Fall auf der errechneten Gebäudeheizlast basieren.

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