U-Wert Tabellen nach Baujahr für Deutschland
Übersicht aller Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) für Heizlastberechnungen nach DIN EN 12831. Typische Werte für Außenwände, Fenster, Dächer und Böden nach Baujahr.
Was ist der U-Wert?
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil nach außen verloren geht. Einheit: W/(m²·K)
Faustregel: Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmung. Ein U-Wert von 0,20 ist besser als 1,20.
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Grober Überschlag nach Baujahr — in 10 Sekunden
Alle Tabellen dieser Seite (Außenwand, Fenster, Dach/oberste Geschossdecke, Kellerdecke/Bodenplatte) als fertige Excel-Datei zum Nachschlagen und Weiterverwenden — inklusive GEG-/Anwendungshinweisen. Die Werte sind typische Richtwerte; im Einzelfall ist der U-Wert bauteilgenau zu ermitteln.
U-Wert Tabelle: Außenwände nach Baujahr
| Baujahr | Bauteil-Typ | U-Wert (W/m²K) | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| vor 1918 | Außenwand | 1,70 | Vollziegel 2-schalig, keine Dämmung |
| 1919-1948 | Außenwand | 1,60 | Ziegelmauerwerk, Luftschicht |
| 1949-1968 | Außenwand | 1,40 | Hohlblockstein, teilweise Dämmung |
| 1969-1978 | Außenwand | 1,20 | Erste WSchVO, 4-6cm Dämmung |
| 1979-1983 | Außenwand | 0,80 | WSchVO 1977, 6-8cm Dämmung |
| 1984-1994 | Außenwand | 0,50 | WSchVO 1982, 8-10cm Dämmung |
| 1995-2001 | Außenwand | 0,45 | WSchVO 1995, 10-12cm Dämmung |
| 2002-2009 | Außenwand | 0,35 | EnEV 2002, 12-14cm Dämmung |
| 2010-2015 | Außenwand | 0,24 | EnEV 2009, 14-16cm Dämmung |
| ab 2016 | Außenwand | 0,20 | EnEV 2014/GEG, 16-20cm Dämmung |
U-Werte nach Wandbaustoff und Baujahr
Für die drei ältesten Baualtersklassen ist neben dem U-Wert auch der typische Wandbaustoff dokumentiert:
| Baujahr | Wandbaustoff | U-Wert (W/m²K) |
|---|---|---|
| vor 1918 | Vollziegel, 2-schalig, ungedämmt | 1,70 |
| 1919-1948 | Ziegelmauerwerk mit Luftschicht | 1,60 |
| 1949-1968 | Hohlblockstein, teilweise Dämmung | 1,40 |
| bis 1957 | Fachwerkwand mit Lehm- oder Lehmziegelausfachung (bis 25 cm einschließlich Putz) | 1,50 |
| bis 1957 | Fachwerkwand mit Vollziegel- oder massiver Natursteinausfachung (bis 25 cm einschließlich Putz) | 2,00 |
| bis 1968 | Massivholzwand (z. B. Blockhaus), Holzrahmen- oder Holztafelwand mit dämmender Füllung | 0,50 |
Quelle: siehe „Quellen & Grundlage" unten (IWU Deutsche Gebäudetypologie / TABULA, BBSR-Tabellenwerke). Die Werte sind typische Richtwerte je Baualtersklasse. Bei Kalksandstein, Bims, Hochlochziegel oder Fachwerk weicht der U-Wert davon ab — dann den Wandaufbau vor Ort aufnehmen (Wandstärke, Material, Dämmung).
Holz- und Fachwerkwände (die drei unteren Zeilen): Pauschalwerte für nicht nachträglich gedämmte Bauteile aus der Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand vom 8. Oktober 2020 (BAnz AT 04.12.2020 B1), Tabelle 2. Für Fachwerkwände nennt die Bekanntmachung ab Baujahr 1958 keinen Wert; Massivholz-, Holzrahmen- und Holztafelwände setzt sie bis 1983 mit 0,50, von 1984 bis 2001 mit 0,40 und ab 2002 mit 0,30 W/(m²·K) an.
U-Wert Tabelle: Fenster nach Baujahr
| Baujahr | Verglasung | U-Wert Uw* (W/m²K) | Rahmen |
|---|---|---|---|
| vor 1978 | Einfachverglasung | 5,0 | Holz/Kastenfenster |
| 1978-1994 | Zweifachverglasung | 3,0 | Holz/Kunststoff |
| 1995-2000 | Isolierverglasung | 1,5 | Kunststoff/Holz |
| 2001-2010 | Wärmeschutzverglasung | 1,3 | Kunststoff gedämmt |
| 2010-2014 | 2-fach WSV (Argon) | 1,1 | Kunststoff/Alu gedämmt |
| ab 2015 | 3-fach WSV (Argon) | 0,8 | Passivhaus-Standard |
* Richtwerte für das Gesamtfenster (U-Wert Uw) inkl. Rahmen — maßgeblich für die Heizlast nach DIN EN 12831. Der reine Glas-Wert (Ug) liegt jeweils etwas niedriger.
U-Wert Fenster: Zweifachverglasung nach Baujahr
Für Energieausweise und Nachweise im Wohngebäudebestand haben die zuständigen Bundesministerien Pauschalwerte für Fenster im Ausgangszustand bekannt gemacht — je Fensterbauart und Baualtersklasse. Maßgeblich ist das Baujahr des Gebäudes, bei nachträglich eingebauten Fenstern das Einbaujahr des Fensters. Die Werte weichen teils von den Richtwerten der Tabelle oben ab.
| Fensterbauart | bis 1978 | 1979–1983 | 1984–1994 | 1995–2001 | ab 2002 |
|---|---|---|---|---|---|
| Holzfenster, einfach verglast | 5,0 | – | – | – | – |
| Holzfenster, zwei ScheibenIsolierverglasung, Kasten- oder Verbundfenster | 2,7 | 2,7 | 2,7 | 1,6 | 1,5 |
| Kunststofffenster, Isolierverglasung | 3,0 | 3,0 | 3,0 | 1,9 | 1,5 |
| Aluminium- oder Stahlfenster, Isolierverglasung | 4,3 | 4,3 | 3,2 | 1,9 | 1,5 |
| Fensterbauart | Wert | bis 1978 | 1979–1983 | 1984–1994 | 1995–2001 | ab 2002 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Holzfenster, einfach verglast | Uw | 5,0 | – | – | – | – |
| Ug | 5,8 | – | – | – | – | |
| Holzfenster, zwei Scheiben (Isolierverglasung, Kasten- oder Verbundfenster) | Uw | 2,7 | 2,7 | 2,7 | 1,6 | 1,5 |
| Ug | 2,9 | 2,9 | 2,9 | 1,4 | 1,2 | |
| Kunststofffenster, Isolierverglasung | Uw | 3,0 | 3,0 | 3,0 | 1,9 | 1,5 |
| Ug | 2,9 | 2,9 | 2,9 | 1,4 | 1,2 | |
| Aluminium- oder Stahlfenster, Isolierverglasung | Uw | 4,3 | 4,3 | 3,2 | 1,9 | 1,5 |
| Ug | 2,9 | 2,9 | 2,9 | 1,4 | 1,2 |
Werte in W/(m²·K); „–“ = keine Angabe in der Quelle. Verglasung der Fenster mit zwei Scheiben laut Quelle: bis 1994 zweifach, ab 1995 Verglasungstyp „MSIV 2“ (Kürzel nach DIN V 18599-2, Tabelle 8). Quelle: Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand vom 8. Oktober 2020 (BAnz AT 04.12.2020 B1), Tabelle 3. Fenster mit Dreifachverglasung führt die Bekanntmachung nicht; für sie wird der Uw-Wert nach Herstellerangabe angesetzt.
Ug oder Uw? Ug ist der U-Wert der Verglasung allein, Uw der des ganzen Fensters mit Rahmen; Uw stammt aus der Herstellerangabe oder wird nach DIN EN ISO 10077-1 aus Ug, dem Rahmenwert Uf und dem Wärmebrückenwert des Glasrandverbunds berechnet. In den Pauschalwerten liegt Uw bei Holzfenstern bis Baujahr 1994 unter Ug, ab 1995 bei allen Bauarten darüber — der Glaswert allein ersetzt den Fensterwert daher nicht.
U-Wert alter Fenster: Zweifachverglasung von 1990
Ein Fenster mit zwei Scheiben aus dem Einbaujahr 1990 gehört in die Spalte „1984–1994“ der Pauschalwert-Tabelle oben. Der U-Wert hängt vom Rahmen ab:
| Fensterbauart, Einbaujahr 1984–1994 | Uw (W/m²K) | Ug (W/m²K) |
|---|---|---|
| Holzfenster, zwei Scheiben | 2,7 | 2,9 |
| Kunststofffenster, Isolierverglasung | 3,0 | 2,9 |
| Aluminium- oder Stahlfenster, Isolierverglasung | 3,2 | 2,9 |
Pauschalwerte der Bekanntmachung vom 8. Oktober 2020 (BAnz AT 04.12.2020 B1), Tabelle 3; Zahlen wie in der Tabelle oben.
Maßgeblich ist das Einbaujahr des Fensters, nicht das Baujahr des Hauses: Ein 1990 eingebautes Fenster hat 2,7 bis 3,2, ein 1995 bis 2001 eingebautes 1,6 bis 1,9 und ein ab 2002 eingebautes 1,5 W/(m²·K). Einfach verglaste Holzfenster liegen bei 5,0. Liegt für das Fenster eine Herstellerangabe zum Uw-Wert vor, ist sie genauer als der Pauschalwert.
U-Wert Tabelle: Dach/Oberste Geschossdecke
| Baujahr | Bauteil | U-Wert (W/m²K) | Dämmstärke |
|---|---|---|---|
| vor 1969 | Ungedämmtes Dach | 1,80 | 0 cm |
| 1969-1978 | Dach/OGD | 1,20 | 4-6 cm |
| 1979-1994 | Dach/OGD | 0,50 | 10-12 cm |
| 1995-2001 | Dach/OGD | 0,40 | 12-14 cm |
| 2002-2015 | Dach/OGD | 0,30 | 14-18 cm |
| ab 2016 | Dach/OGD | 0,20 | 20-24 cm |
U-Wert Tabelle: Kellerdecke/Bodenplatte
| Baujahr | Bauteil | U-Wert (W/m²K) | Dämmstärke |
|---|---|---|---|
| vor 1978 | Kellerdecke ungedämmt | 1,50 | 0 cm |
| 1979-1994 | Kellerdecke | 0,80 | 6-8 cm |
| 1995-2009 | Kellerdecke | 0,60 | 8-10 cm |
| ab 2010 | Kellerdecke/Bodenplatte | 0,35 | 12-16 cm |
U-Wert-Rechner für die Außenwand: wann die Tabelle genügt
Die Tabelle „Außenwände nach Baujahr“ liefert einen Richtwert für die ganze Baualtersklasse. Kennen Sie den Wandaufbau, rechnen Sie den U-Wert besser aus den Schichten: Der U-Wert-Rechner nimmt den Schichtaufbau von innen nach außen auf, zeigt den Rechenweg nach DIN EN ISO 6946 und vergleicht das Ergebnis mit dem GEG-Höchstwert.
- Wand unbekannt, nur das Baujahr bekannt: Tabelle oben, bei Fachwerk- und Holzwänden die Zeilen zum Wandbaustoff.
- Wandaufbau bekannt oder nachträglich gedämmt: Schichten im Rechner eingeben oder den Rechenweg unten von Hand nachvollziehen.
- Vergleich mit der Förderung: Ein eigener „KfW-Rechner“ ist dafür nicht nötig. Der Rechner vergleicht mit dem GEG-Höchstwert; den Anforderungswert der Bundesförderung (BEG EM, Außenwand 0,20 W/(m²·K)) legen Sie neben das Ergebnis. Er steht in der Tabelle „GEG und BEG“ weiter unten. Der GEG-Höchstwert reicht für eine Förderung nicht automatisch.
U-Wert berechnen: Formel und Rechenweg
Der U-Wert eines Bauteils aus mehreren gleichmäßigen Schichten ist der Kehrwert seines Wärmedurchgangswiderstands. Das Verfahren beschreibt DIN EN ISO 6946:
U = 1 / (Rsi + Σ d/λ + Rse)
- d = Dicke der Schicht in Metern
- λ = Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit der Schicht in W/(m·K)
- Rsi, Rse = Wärmeübergangswiderstand innen und außen in m²·K/W
- Schichten von innen nach außen aufnehmen: Dicke d und Wärmeleitfähigkeit λ je Schicht.
- Je Schicht den Wärmedurchlasswiderstand R = d / λ berechnen.
- Alle Widerstände addieren und die Übergangswiderstände dazunehmen — für eine Außenwand üblicherweise Rsi = 0,13 und Rse = 0,04 m²·K/W.
- Der U-Wert ist der Kehrwert dieser Summe.
Die Faustformel U = λ / d im Abschnitt „U-Wert selbst messen“ weiter unten gilt nur für eine einzelne Schicht und lässt die Übergangswiderstände weg; sie ergibt deshalb einen höheren U-Wert als die vollständige Rechnung.
Rechenbeispiel: nachträgliche Dämmung einer Außenwand
Annahmen: Bestandswand mit U = 1,4 W/(m²·K), dazu 14 cm Dämmstoff der Wärmeleitstufe 035 (Bemessungswert λ = 0,035 W/(m·K)). Beide Werte sind Beispielannahmen, keine Messwerte.
- 1. Widerstand der Bestandswand: 1 / 1,4 = 0,714 m²·K/W
- 2. Widerstand der Dämmung: R = 0,14 / 0,035 = 4,0 m²·K/W
- 3. U neu = 1 / (0,714 + 4,0) = 0,21 W/(m²·K)
Der U-Wert der Bestandswand enthält die Übergangswiderstände bereits; sie werden deshalb nicht ein zweites Mal addiert. So rechnet auch die Bekanntmachung zum Wohngebäudebestand (Nr. 3.3) bei nachträglich gedämmten Bauteilen. Ist die Wärmeleitfähigkeit der Dämmung unbekannt, setzt sie für Mineralfaser und Kunststoffschäume 0,04 W/(m·K) an, für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen und Einblasdämmstoffe 0,05 W/(m·K).
Mit 0,21 W/(m²·K) liegt die Wand im Beispiel unter dem GEG-Höchstwert für Außenwände von 0,24, aber über dem BEG-Anforderungswert von 0,20 W/(m²·K) — siehe die Tabelle im nächsten Abschnitt.
Für die Heizlast zählt neben U-Wert und Fläche die Differenz zwischen Raumtemperatur und der Norm-Außentemperatur am Standort. Den Wert für Ihren Ort finden Sie über die Norm-Außentemperatur nach PLZ.
GEG und BEG: geforderte U-Werte bei der Sanierung
Wird an einem bestehenden Gebäude ein Außenbauteil erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut, darf es die Höchstwerte aus Anlage 7 des Gebäudeenergiegesetzes nicht überschreiten (§ 36; ausgenommen sind Änderungen, die nicht mehr als 10 Prozent der Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betreffen). Wer die Maßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) fördern lassen will, muss die strengeren Werte der Technischen Mindestanforderungen einhalten.
| Bauteil und Maßnahme | GEG Anlage 7: Höchstwert | BEG EM: Anforderung |
|---|---|---|
| Außenwand: Ersatz, Dämmung oder Bekleidung außen, neuer Außenputz | 0,24 (Nr. 1a, 1b) | 0,20 |
| Fenster und Fenstertüren: Ersatz des ganzen Fensters | Uw 1,3 (Nr. 2a) | Uw 0,95 |
| Dachflächenfenster: Ersatz des ganzen Fensters | Uw 1,4 (Nr. 2b) | 1,0 |
| Außentür: Einbau einer neuen Tür | 1,8 (Nr. 4) | 1,3 |
| Dachfläche (auch Flachdach) und oberste Geschossdecke: Ersatz, erstmaliger Einbau, neue Dachdeckung oder Dämmung | 0,24 (Nr. 5a, 5b) | 0,14 |
| Flachdach: Ersatz der Abdichtung durch eine neue Schicht gleicher Funktion | 0,20 (Nr. 5c) | 0,14 |
| Kellerdecke, Wände und Decken gegen Erdreich oder unbeheizte Räume: Ersatz, erstmaliger Einbau, Bekleidung auf der Kaltseite | 0,30 (Nr. 6a, 6b) | 0,25 |
| Decke nach unten gegen Außenluft | 0,24 (Nr. 6d, 6e) | 0,20 |
Werte für Wohngebäude in W/(m²·K). Wird bei einer Kellerdecke nur der Fußbodenaufbau auf der beheizten Seite erneuert, nennt Anlage 7 einen Höchstwert von 0,50 (Nr. 6c). Ist bei Außenwänden, Dächern und Decken die Dämmschichtdicke aus technischen Gründen begrenzt, gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn die höchstmögliche Dämmschichtdicke mit einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K) eingebaut wird (0,045 bei eingeblasenen Dämmstoffen und Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen; Anlage 7, Fußnote 1). Für Bauteile, die nach dem 31. Dezember 1983 unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften errichtet oder erneuert wurden, entfallen die Anforderungen bei einem Teil der Maßnahmen (Fußnoten 2 und 5). Für Baudenkmale und besonders erhaltenswerte Bausubstanz nennt die BEG EM eigene Werte. Quellen: Anlage 7 zu § 36 Gebäudeenergiegesetz (gesetze-im-internet.de, dort inzwischen als Gebäudemodernisierungsgesetz – GModG – geführt, zuletzt geändert am 23. Juli 2026); Förderrichtlinie BEG EM vom 17. Juli 2026, in Kraft seit 21. Juli 2026, Anlage Technische Mindestanforderungen, Nr. 1.1.
U-Wert-Tabelle Dämmstoffe: Wärmeleitfähigkeit und nötige Dämmdicke
Einen U-Wert hat das Bauteil, nicht der Dämmstoff allein. Ein Dämmstoff wird über seine Wärmeleitfähigkeit λ beschrieben; je kleiner λ, desto weniger Dicke braucht die Dämmung für denselben U-Wert. Für die Rechnung gilt der Bemessungswert von λ, wie ihn das Datenblatt oder das Etikett des Produkts nennt. Herstellerangaben, die keine Bemessungswerte sind, sowie Messwerte oder deklarierte Nennwerte nennt der dena-Leitfaden zur DIN V 18599 einen Planungsfehler.
Welcher λ-Wert gilt wann?
| Fall | λ in W/(m·K) | Grundlage |
|---|---|---|
| Das Produkt ist bekannt | Bemessungswert laut Datenblatt oder Etikett | dena-Leitfaden DIN V 18599, Abschn. 6.2 |
| Sanierungspflicht, Dämmschichtdicke technisch begrenzt | 0,035; 0,045 bei Einblasdämmstoffen und Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen | GEG Anlage 7, Fußnote 1 |
| Bestand nachträglich gedämmt, λ unbekannt | 0,04 für Mineralfaser und Kunststoffschäume; 0,05 für nachwachsende Rohstoffe und Einblasdämmstoffe | Bekanntmachung vom 8. Oktober 2020, Nr. 3.3 |
Eine Liste von λ-Werten je Dämmstoffart führt diese Seite bewusst nicht: Der Bemessungswert hängt vom Produkt ab und steht im Datenblatt.
Wie dick muss die Dämmung sein? Rechenbeispiel
Annahmen: Bestandswand mit U = 1,4 W/(m²·K) (wie im Rechenbeispiel unten) und drei Beispiel-Bemessungswerte für λ. Gesucht ist die Dämmdicke, bei der die Wand den Ziel-U-Wert erreicht, gerechnet als d = (1 ÷ Uziel − 1 ÷ Ualt) × λ und auf volle Zentimeter aufgerundet.
| Annahme λ (W/(m·K)) | Ziel 0,24 (GEG-Höchstwert) | Ziel 0,20 (BEG-Anforderung) |
|---|---|---|
| 0,032 | 12 cm | 14 cm |
| 0,035 | 13 cm | 15 cm |
| 0,040 | 14 cm | 18 cm |
Gerechnete Beispielwerte, keine Messwerte. Eine Wand mit anderem Ausgangs-U-Wert braucht eine andere Dicke; Befestigungen und Wärmebrücken sind nicht berücksichtigt. Ziel 0,24 und 0,20: siehe Tabelle „GEG und BEG“ oberhalb. Den eigenen Wandaufbau rechnen Sie im U-Wert-Rechner.
Wichtige Hinweise zur Verwendung der U-Wert-Tabellen
Diese U-Werte sind typische Richtwerte
- Tatsächliche U-Werte können abweichen (Bauweise, Material, Zustand)
- Bei Sanierungen: U-Werte verbessert, dann neuere Werte verwenden
- Für BAFA-Förderung: U-Werte möglichst genau ermitteln
- Bei Unsicherheit: Energieberater hinzuziehen
Sanierte Bauteile richtig einschätzen
Wenn Ihr Altbau teilsaniert ist, verwenden Sie für die sanierten Bauteile die U-Werte des Sanierungsjahres:
- Neue Fenster eingebaut 2015? → U-Wert 1,1 statt 3,0
- Dach gedämmt 2010? → U-Wert 0,30 statt 1,80
- Fassade gedämmt (WDVS 16cm)? → U-Wert 0,20
U-Wert selbst messen (vereinfacht)
Für eine grobe Abschätzung können Sie den U-Wert annäherungsweise berechnen:
U-Wert = λ / d
- λ = Wärmeleitfähigkeit des Materials (W/mK)
- d = Dicke der Wand in Metern
Beispiel: 30cm Vollziegel-Außenwand (λ = 0,81 W/mK)
U-Wert = 0,81 / 0,30 = 2,70 W/(m²·K) → sehr schlechte Dämmung
Einfluss der U-Werte auf die Heizlast
Der U-Wert ist der wichtigste Faktor bei der Heizlastberechnung. Ein Rechenbeispiel:
Vergleich: Altbau unsaniert vs. saniert
Einfamilienhaus 150m² Wohnfläche, 250m² Außenwandfläche, Norm-Außentemp. -12°C
Unsaniert (Baujahr 1970)
- U-Wert Wand: 1,40 W/(m²·K)
- U-Wert Fenster: 3,0 W/(m²·K)
- U-Wert Dach: 1,20 W/(m²·K)
- → Heizlast: ~20 kW
Saniert (2015)
- U-Wert Wand: 0,24 W/(m²·K)
- U-Wert Fenster: 1,1 W/(m²·K)
- U-Wert Dach: 0,20 W/(m²·K)
- → Heizlast: ~8 kW
Fazit: Durch Sanierung sinkt die Heizlast um 60%! Das bedeutet: kleinere Wärmepumpe, niedrigere Investition, bessere JAZ, geringere Betriebskosten.
Quellen & Grundlage: Typische Richtwerte nach Baualtersklasse, orientiert an der IWU Deutschen Gebäudetypologie (TABULA) und BBSR-Tabellenwerken sowie den Anforderungsniveaus der WSchVO / EnEV / GEG. Berechnungsverfahren: DIN EN 12831 (Norm-Heizlast). Im Einzelfall ist der U-Wert bauteilgenau zu ermitteln. Pauschalwerte für Fenster sowie Holz- und Fachwerkwände und die Umrechnung bei nachträglicher Dämmung: Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand vom 8. Oktober 2020 (BAnz AT 04.12.2020 B1), Tabellen 2 und 3, Nr. 3.3. Anforderungswerte: Anlage 7 zu § 36 Gebäudeenergiegesetz (gesetze-im-internet.de, Stand 23. Juli 2026) und Förderrichtlinie BEG EM vom 17. Juli 2026, Anlage Technische Mindestanforderungen, Nr. 1.1. Rechenweg: DIN EN ISO 6946; Übergangswiderstände einer Außenwand nach K. Höttges, Bauphysik 22 (2000), Heft 2, S. 121–123; Uw aus Ug und Uf sowie Herstellerangabe nach dena-Leitfaden Energetische Gebäudebilanzierung nach DIN V 18599 (2. Auflage, August 2023), Abschnitt 6.3. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
Häufige Fragen zu U-Werten nach Baujahr
Welcher U-Wert ist typisch für eine Außenwand nach Baujahr?
Typische U-Werte der Außenwand reichen von 1,70 W/(m²·K) bei Altbauten vor 1918 (Vollziegel, ungedämmt) über 1,20 in den 1970ern (erste WSchVO) bis 0,20 W/(m²·K) bei Neubauten ab 2016 (GEG-Standard, 16–20 cm Dämmung). Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung.
Wie hoch ist der U-Wert von Fenstern nach Baujahr?
Einfachverglasung vor 1995 hat einen U-Wert von etwa 5,0 W/(m²·K), Zweifachverglasung der 1980er rund 3,0, moderne Wärmeschutzverglasung 1,1–1,3 und 3-fach-Verglasung ab 2015 rund 0,8 W/(m²·K).
Wie kann ich den U-Wert selbst berechnen?
Für eine grobe Abschätzung gilt: U-Wert = λ / d, wobei λ die Wärmeleitfähigkeit des Materials (W/mK) und d die Bauteildicke in Metern ist. Beispiel: 30 cm Vollziegel (λ = 0,81 W/mK) ergibt U = 0,81 / 0,30 = 2,70 W/(m²·K) — also eine sehr schlechte Dämmung.
Welchen U-Wert verwende ich bei sanierten Bauteilen?
Bei teilsanierten Gebäuden verwenden Sie für jedes sanierte Bauteil den U-Wert des Sanierungsjahres statt des ursprünglichen Baujahres. Neue Fenster von 2015 haben z. B. U = 1,1 statt 3,0, ein 2010 gedämmtes Dach U = 0,30 statt 1,80.
Was ist ein guter U-Wert?
Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmung: Ein U-Wert von 0,20 W/(m²·K) ist deutlich besser als 1,20. Neubauten nach GEG erreichen bei der Außenwand etwa 0,20, bei Fenstern 0,7–1,1 W/(m²·K). Niedrige U-Werte senken die Heizlast erheblich.
Welchen U-Wert hat eine Zweifachverglasung von 1980 oder 1994?
Zweifachverglasung aus 1980 oder 1994 fällt in die Baujahresklasse 1978–1994 mit U = 3,0 W/(m²·K). Fenster ab Baujahr 1995 gehören in die nächste Klasse der Fenstertabelle unten; maßgeblich ist das Einbaujahr des Fensters, nicht das Baujahr des Hauses.
Was ist der Unterschied zwischen Ug und Uw?
Ug ist der U-Wert der Verglasung allein, Uw der des ganzen Fensters mit Rahmen; Uw stammt aus der Herstellerangabe oder wird nach DIN EN ISO 10077-1 aus Ug, dem Rahmenwert Uf und dem Wärmebrückenwert des Glasrandverbunds berechnet. Das GEG verlangt beim Ersatz des ganzen Fensters Uw ≤ 1,3 W/(m²·K), beim Ersatz nur der Verglasung Ug ≤ 1,1 W/(m²·K) (Anlage 7, Nr. 2a und 2c).
Wie berechne ich den U-Wert nach einer nachträglichen Dämmung?
Zum Widerstand des Bestandsbauteils (1 / U alt) wird der Widerstand der Dämmung (Dicke / Wärmeleitfähigkeit) addiert; der neue U-Wert ist der Kehrwert der Summe. Beispiel mit angenommenen Werten: Wand mit U = 1,4 W/(m²·K) plus 14 cm Dämmstoff mit λ = 0,035 W/(m·K) ergibt U = 1 / (0,714 + 4,0) = 0,21 W/(m²·K).
Welchen U-Wert muss eine Außenwand bei der Sanierung einhalten?
Wird eine Außenwand ersetzt, außen gedämmt oder neu verputzt, darf ihr U-Wert nach Anlage 7 des Gebäudeenergiegesetzes höchstens 0,24 W/(m²·K) betragen, sofern mehr als 10 Prozent der Außenwandfläche betroffen sind (§ 36). Beim Dämmen oder Neuverputzen einer Wand, die nach dem 31. Dezember 1983 unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften errichtet oder erneuert wurde, gilt diese Anforderung nicht (Anlage 7, Fußnote 2). Für eine Förderung über die BEG-Einzelmaßnahmen sind höchstens 0,20 W/(m²·K) einzuhalten (Technische Mindestanforderungen zur Richtlinie vom 17. Juli 2026).
Welchen U-Wert hat ein Fenster mit 2-fach-Verglasung von 1990?
Nach den Pauschalwerten der Bekanntmachung vom 8. Oktober 2020 (Tabelle 3) liegt ein Fenster mit zwei Scheiben aus dem Einbaujahr 1990 beim Gesamtfenster (Uw) bei 2,7 W/(m²·K) mit Holzrahmen, 3,0 mit Kunststoffrahmen und 3,2 mit Aluminium- oder Stahlrahmen; die Verglasung allein (Ug) wird mit 2,9 angesetzt. Fenster ab Einbaujahr 1995 haben deutlich niedrigere Werte.
Welche U-Werte haben alte Fenster?
Einfach verglaste Holzfenster liegen bei Uw = 5,0 W/(m²·K). Fenster mit zwei Scheiben aus der Zeit bis 1994 liegen je nach Rahmen zwischen 2,7 und 4,3, ab 1995 zwischen 1,6 und 1,9 und ab 2002 bei 1,5 W/(m²·K) (Pauschalwerte der Bekanntmachung vom 8. Oktober 2020, Tabelle 3). Maßgeblich ist das Einbaujahr des Fensters; liegt eine Herstellerangabe zum Uw-Wert vor, ist sie genauer als der Pauschalwert.
Gibt es eine U-Wert-Tabelle für Dämmstoffe?
Einen U-Wert hat ein Bauteil, nicht der Dämmstoff allein. Ein Dämmstoff wird über seine Wärmeleitfähigkeit λ (Bemessungswert in W/(m·K)) beschrieben; den U-Wert erhalten Sie, indem Sie den Widerstand der Dämmschicht (Dicke ÷ λ) zum Widerstand des Bestandsbauteils addieren. Im Abschnitt „U-Wert-Tabelle Dämmstoffe“ steht, welcher λ-Wert wann anzusetzen ist und wie dick die Dämmung für einen Ziel-U-Wert sein muss.
Gibt es einen U-Wert-Rechner für die Außenwand?
Ja: Der U-Wert-Rechner von HeizNorm berechnet den U-Wert aus dem Schichtaufbau (von innen nach außen) nach dem Verfahren der DIN EN ISO 6946 und vergleicht ihn mit dem GEG-Höchstwert. Den Anforderungswert der Bundesförderung (BEG EM, Außenwand 0,20 W/(m²·K)) vergleichen Sie mit dem Ergebnis selbst; er steht in der Tabelle „GEG und BEG“ auf dieser Seite.
Heizlastberechnung mit automatischer U-Wert-Auswahl
Unser Rechner schlägt typische U-Werte für Ihr Baujahr vor — im Einzelfall bauteilgenau anpassbar. Rechenweg nach DIN EN 12831, PDF-Export.
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