Wärmepumpe Größe berechnen nach Gasverbrauch (und Ölverbrauch)
Aus dem Jahresverbrauch lässt sich die Heizlast grob überschlagen. Formel, Rechenbeispiel mit Tabelle und die Grenzen der Methode, mit allen Annahmen.
Formel: von der Abrechnung zur Heizlast
Heizwärme = (Jahresverbrauch − Warmwasser) × Nutzungsgrad
Heizlast ≈ Heizwärme ÷ Vollbenutzungsstunden
Der Jahresverbrauch in kWh ergibt sich bei Gas aus Kubikmetern mal Brennwert, bei Öl aus Litern mal Energiegehalt je Liter; beide Werte stehen auf der Abrechnung beziehungsweise beim Lieferanten. Bleiben Sie dabei durchgehend bei Brennwert oder Heizwert, denn die Werte unterscheiden sich um einen festen Faktor.
Rechenbeispiel (Annahmen)
- Annahme: Jahresverbrauch 20.000 kWh laut Abrechnung (Beispielwert).
- Annahme: Warmwasseranteil 2.500 kWh pro Jahr und Nutzungsgrad des bisherigen Kessels 0,85 (Beispielwerte, keine Messung).
- Rechnung Heizwärme: (20.000 − 2.500) kWh × 0,85 = 14.875 kWh.
- Rechnung Heizlast: 14.875 kWh ÷ 2.000 h = 7,4 kW bei der Annahme von 2.000 Vollbenutzungsstunden.
- Lesart: Mit 1.800 Stunden ergäben sich 8,3 kW, mit 2.200 Stunden 6,8 kW. Schon die Annahme der Stunden verschiebt das Ergebnis.
Tabelle: Heizlast aus fünf Beispiel-Verbräuchen
Die Verbräuche sind Beispielwerte in kWh, Warmwasseranteil und Nutzungsgrad stammen aus dem Rechenbeispiel. Heizwärme und Heizlast sind nach den Formeln oben gerechnet. Das ist keine Aussage über ein Gebäude.
| Jahresverbrauch (Annahme) | Heizwärme (gerechnet) | Heizlast bei 1.800 h (gerechnet) | Heizlast bei 2.000 h (gerechnet) | Heizlast bei 2.200 h (gerechnet) |
|---|---|---|---|---|
| 12.000 kWh | 8.075 kWh | 4,5 kW | 4,0 kW | 3,7 kW |
| 16.000 kWh | 11.475 kWh | 6,4 kW | 5,7 kW | 5,2 kW |
| 20.000 kWh | 14.875 kWh | 8,3 kW | 7,4 kW | 6,8 kW |
| 24.000 kWh | 18.275 kWh | 10,2 kW | 9,1 kW | 8,3 kW |
| 28.000 kWh | 21.675 kWh | 12,0 kW | 10,8 kW | 9,9 kW |
Quelle der Rechenvorschrift: gängige Überschlagsrechnung (Heizwärme geteilt durch Vollbenutzungsstunden), keine Norm. Verbräuche, Warmwasseranteil, Nutzungsgrad und Stunden: Annahmen für dieses Beispiel. Zur Umrechnung von Verbrauchswerten in Energiemengen und zur Witterungskorrektur: Leitfaden Energetische Gebäudebilanzierung nach DIN V 18599, Kapitel 14.
Was die Verbrauchsmethode verfälscht
- Witterung: Ein kaltes oder mildes Jahr verschiebt den Verbrauch. Der Leitfaden zur DIN V 18599 hält eine Witterungs-, Standort- und Zeitkorrektur für notwendig.
- Brennwert gegen Heizwert: Werden beide vermischt, stimmt die Menge nicht; der Leitfaden nennt dafür das Verhältnis Brennwert zu Heizwert.
- Warmwasser und Nutzungsgrad: Beide stecken im Verbrauch und müssen angesetzt werden, hier als Annahmen.
- Vollbenutzungsstunden: Sie sind ein Eingabewert und bestimmen das Ergebnis direkt, wie die drei Spalten zeigen.
- Nutzerverhalten und Teilbeheizung: Wurden Räume bisher kaum beheizt, liegt der Verbrauch unter dem Bedarf bei voller Beheizung.
Für die Auslegung bleibt die raumweise Heizlastberechnung maßgeblich. Eine erste Größenordnung nach Wohnfläche und Baujahr liefert der Wärmepumpen-Rechner; von der Heizlast zur Geräteleistung führt Heizleistung der Wärmepumpe berechnen.