Heizlastrechner: Heizlast berechnen mit Formel und Tabelle
Ein Heizlastrechner multipliziert die Wärmeverluste eines Gebäudes mit dem Temperaturunterschied zur Norm-Außentemperatur. Hier sehen Sie die Formel, eine Tabelle mit Norm-Außentemperaturen und ein Rechenbeispiel mit allen Annahmen.
Die Formel hinter dem Heizlastrechner
Heizlast Φ = H × (θ_innen − θ_NA)
H ist der Verlustkoeffizient des Gebäudes in W/K (Transmission über die Hülle plus Lüftung), θ_innen die gewünschte Raumtemperatur und θ_NA die Norm-Außentemperatur des Standorts. Je kälter die Auslegungstemperatur und je größer die Verluste, desto höher die Heizlast.
Die Heizlast nach DIN EN 12831-1:2017-09 wird nicht mit einem einzigen Koeffizienten gerechnet, sondern raumweise aus Transmissions- und Lüftungswärmeverlusten und einem Aufheizzuschlag. Die deutschen Randdaten, darunter die Norm-Außentemperaturen je Postleitzahl, liefert die DIN/TS 12831-1:2020-04. Wie das im Einzelnen abläuft, steht unter DIN EN 12831 erklärt.
Rechenbeispiel (Annahmen)
- Annahme: Verlustkoeffizient H = 280 W/K für ein Beispielgebäude (erfundener Wert, keine Messung).
- Annahme: Raumtemperatur 20 °C. Das ist der Standardwert für Wohnräume in der EN 12831-1, Tabelle B.14.
- Rechnung für Hamm: Temperaturdifferenz 20 − (−9,0) = 29,0 K, Heizlast 280 W/K × 29,0 K = 8.120 W.
- Lesart: Dasselbe Beispielgebäude käme in Ergolding bei Landshut auf 9.380 W, also 1,3 kW mehr, allein wegen der Norm-Außentemperatur.
Tabelle: Norm-Außentemperatur und Heizlast im Beispiel
Die Norm-Außentemperatur je Postleitzahl ist der Klimakarte entnommen, die Heizlast nach der Formel oben gerechnet. Der Verlustkoeffizient ist die Annahme aus dem Beispiel, keine Zusage für ein Gebäude.
| Ort (PLZ) | Norm-Außentemperatur (Quelle) | Temperaturdifferenz (gerechnet) | Heizlast (gerechnet, H = 280 W/K) |
|---|---|---|---|
| Hamm (59063) | −9,0 °C | 29,0 K | 8.120 W |
| Lübeck (23552) | −9,6 °C | 29,6 K | 8.288 W |
| Berlin Mitte (10115) | −11,1 °C | 31,1 K | 8.708 W |
| München (80331) | −11,1 °C | 31,1 K | 8.708 W |
| Landshut (84028) | −12,5 °C | 32,5 K | 9.100 W |
| Ergolding bei Landshut (84030) | −13,5 °C | 33,5 K | 9.380 W |
Quelle der Norm-Außentemperaturen: Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe e. V. (waermepumpe.de/werkzeuge/klimakarte), dort bezeichnet als Norm-Außentemperaturen entsprechend der DIN/TS 12831-1 vom April 2020; Abzug vom 30.09.2026. Das ist die Darstellung eines Verbands, nicht der Normtext; im Einzelfall gilt der Wert der Norm. Weitere Städte: Norm-Außentemperatur nach Postleitzahl. Heizlast: Rechnung aus der Formel oben, Eingaben aus der Annahme.
Was das Ergebnis eines Heizlastrechners bestimmt
- Bauteile der Hülle: Fläche mal U-Wert je Wand, Dach, Boden und Fenster. Fehlen die U-Werte, lassen sich Näherungen nach Baujahr ansetzen, siehe U-Wert-Tabellen.
- Wärmebrücken: In den vereinfachten Verfahren der EN 12831-1 kann ein Zuschlag von 0,1 W/(m²·K) auf die Bauteile angesetzt werden.
- Lüftung: Luftwechsel und Gebäudevolumen bestimmen den Lüftungswärmeverlust.
- Raumtemperatur: Für Wohnräume nennt die EN 12831-1 als Standardwert 20 °C, für Bäder 24 °C.
- Standort: Die Norm-Außentemperatur hängt an der Postleitzahl und verschiebt die Heizlast bei gleichem Gebäude, wie die Tabelle zeigt.
Wer die Heizlast für eine Wärmepumpe braucht, findet den nächsten Schritt unter Heizleistung der Wärmepumpe berechnen; eine grobe Schätzung nach Wohnfläche und Baujahr liefert der Wärmepumpen-Rechner.