Heizlastberechnung in Excel oder Software: Wo die Tabelle bei 10 bis 50 Projekten im Jahr an Grenzen kommt
Excel rechnet eine Heizlast richtig, wenn die Formeln stimmen. Mit der Zahl der Projekte wächst aber, was um die Rechnung herum nachweisbar sein muss: Rechenweg, Versionsstand, Protokoll je Projekt.
Wo Excel gut trägt
- Jede Formel ist sichtbar. Wer die Rechenlogik prüfen, anpassen oder lernen will, sieht in der Tabelle jeden Schritt.
- Es ist vorhanden und läuft offline. Kein Konto, keine Einarbeitung in ein neues Werkzeug, auch ohne Internetverbindung beim Kunden.
- Für einzelne Projekte genügt es. Bei wenigen Berechnungen im Jahr ist der Aufwand, eine eigene Mappe sauber zu führen, überschaubar.
Wer eine Mappe aufbauen möchte, findet Aufbau und Spalten unter Heizlastberechnung Excel-Vorlage und in der Anleitung Heizlast berechnen mit Excel-Vorlage; die Rechnung selbst zeigt der Abschnitt „Heizlast-Tabelle“ weiter unten.
Wo Excel bei 10 bis 50 Projekten im Jahr Grenzen hat
Wer für Heizungsbauer nebenbei zehn bis fünfzig Heizlasten und Abgleich-Nachweise im Jahr erstellt, kopiert dieselbe Mappe zehn- bis fünfzigmal. Drei Fragen entscheiden dann, ob die Tabelle noch reicht:
| Prüffrage | Excel-Mappe je Projekt | Software mit Projektverwaltung |
|---|---|---|
| Rechenweg-Nachweis: Ist je Raum und Bauteil nachvollziehbar, wie der Wert entstand? | Nur so gut, wie die Mappe aufgebaut ist; Zwischenwerte stehen dort, wo Sie sie angelegt haben, und gehen beim Umbauen leicht verloren. | HeizNorm führt im PDF die raumseitigen Ergebnisse und legt den Bauteilnachweis je Raum bei. |
| Versionsstand: Mit welcher Fassung der Mappe und welchen Randdaten (Norm-Außentemperatur, Innentemperaturen) wurde Projekt 17 gerechnet? | Hängt an Dateinamen und Ablage. Wird die Mappe zwischen zwei Projekten korrigiert, ist der Stand älterer Projekte nicht mehr aus der Datei erkennbar. | Eingaben und Ergebnis stehen je Projekt im Konto; die Frage nach dem Normstand beantwortet das Werkzeug an einer Stelle statt in vielen Dateikopien. |
| Protokoll je Projekt: Liegen Eingaben, Annahmen und Ergebnis für jeden Kunden zusammen? | Eine Datei je Projekt, Annahmen stehen verstreut in Zellen und Kommentaren; das Abgleichprotokoll ist ein weiteres Dokument. | Raumliste, Heizlast und Abgleichprotokoll nach Verfahren B hängen am selben Projekt; die Bestätigung erzeugt HeizNorm aus den erfassten Werten. |
Die mittlere Spalte beschreibt typische Mappen, nicht jede einzelne. Sauber geführt, kann Excel alle drei Fragen beantworten; der Aufwand dafür wächst mit jedem Projekt.
Wann welche Lösung richtig ist
Excel genügt, wenn …
- Sie nur wenige Berechnungen im Jahr durchführen und die Mappe selbst pflegen wollen,
- Sie dauerhaft ohne Internetverbindung arbeiten müssen,
- Sie die Rechenlogik selbst verstehen oder anpassen wollen (Lernzweck, Sonderfälle).
Eine Projekt-Software lohnt sich, wenn …
- Sie regelmäßig Heizlasten und Abgleich-Nachweise für verschiedene Auftraggeber erstellen,
- je Projekt ein Rechenweg und ein Protokoll vorliegen sollen, ohne dass Sie sie per Hand zusammensetzen,
- Sie nach Projekt abrechnen wollen statt nach Lizenz: HeizNorm rechnet pro Projekt einmalig ab, ohne Abo (Preise).
Beides lässt sich kombinieren: Ein Projekt in der Excel-Mappe rechnen und das nächste in der Heizlast-Software, dann sehen Sie Aufwand und Ergebnis nebeneinander. Für den Abgleich gibt es die kostenlose Excel-Arbeitsvorlage zum hydraulischen Abgleich; sie rechnet den Volumenstrom aus der Heizlast, die Sie eintragen.
Heizlast-Tabelle: Aufbau, Formeln und Beispiel
Eine Heizlast-Tabelle hat eine Zeile je Raum: Fläche, Raumtemperatur, Transmissions- und Lüftungsverlust, Raumheizlast. Die Norm-Heizlast nach DIN EN 12831-1:2017-09 rechnet raumweise aus Transmissions- und Lüftungswärmeverlusten und einem Aufheizzuschlag; die deutschen Randdaten stehen in der DIN/TS 12831-1:2020-04. Die Zeilen unten bilden den Kern davon ab, ohne den Aufheizzuschlag.
Raumheizlast Φ = (H_T + H_V) × (θ_innen − θ_NA)
H_V ≈ 0,34 × n × V
H_T ist der Transmissionsverlust des Raums in W/K (Summe aus Fläche mal U-Wert aller Bauteile), H_V der Lüftungsverlust in W/K, n der Luftwechsel in 1/h und V das Raumvolumen in m³. Die U-Werte für H_T finden Sie unter U-Wert-Tabellen, die Norm-Außentemperatur unter Norm-Außentemperatur nach Postleitzahl.
Rechenbeispiel (Annahmen)
- Annahme: Norm-Außentemperatur −12,0 °C, Raumhöhe 2,5 m, Luftwechsel 0,5 1/h (Beispielwerte).
- Annahme: Raumtemperatur 20 °C in Wohnräumen, 24 °C im Bad (Standardwerte der EN 12831-1, Tabelle B.14); die H_T-Werte sind erfundene Beispielwerte.
- Rechnung für Wohnen/Essen: Volumen 28 m² × 2,5 m = 70 m³; H_V = 0,34 × 0,5 × 70 = 11,9 W/K; Φ = (38 + 11,9) W/K × 32 K = 1.597 W.
Tabelle: Raumheizlast für fünf Beispielräume
Flächen und H_T sind Beispielwerte, die Raumtemperaturen Standardwerte der EN 12831-1. Lüftungsverlust, Raumheizlast und Summe sind nach den Formeln oben gerechnet. Das ist keine Aussage über ein Gebäude.
| Raum | Fläche (Annahme) | Raumtemperatur (EN 12831-1, Tab. B.14) | H_T (Annahme) | H_V (gerechnet) | Raumheizlast (gerechnet) |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnen/Essen | 28 m² | 20 °C | 38 W/K | 11,9 W/K | 1.597 W |
| Küche | 12 m² | 20 °C | 16 W/K | 5,1 W/K | 675 W |
| Schlafzimmer | 14 m² | 20 °C | 18 W/K | 6,0 W/K | 766 W |
| Kinderzimmer | 12 m² | 20 °C | 17 W/K | 5,1 W/K | 707 W |
| Bad | 8 m² | 24 °C | 11 W/K | 3,4 W/K | 518 W |
| Summe der Räume | 74 m² | 4.264 W |
Quellen: Raumtemperaturen aus EN 12831-1:2017, Tabelle B.14 (Standardwerte für die vereinfachte Berechnung). Lüftungsverlust mit der Näherung 0,34 Wh/(m³·K) für Luft (0,34 × Luftwechsel × Volumen). Norm-Außentemperatur −12,0 °C, Flächen, H_T, Luftwechsel und Raumhöhe: Annahmen für dieses Beispiel.
Was in der Tabelle sonst noch steckt
- Transmissionsverlust H_T: Summe aus Fläche mal U-Wert der Außenwände, Fenster, Decken und Böden, dazu ein Zuschlag für Wärmebrücken. In den vereinfachten Verfahren der EN 12831-1 sind es 0,1 W/(m²·K).
- Bauteile an unbeheizte Räume: Für Wände oder Decken zu unbeheizten Bereichen braucht es Temperaturkorrekturfaktoren; in den vereinfachten Verfahren der EN 12831-1 sind sie national festzulegen.
- Aufheizzuschlag: Die Norm-Heizlast enthält einen Zuschlag fürs Aufheizen nach Absenkung; die Tabelle oben lässt ihn der Übersicht halber weg.
- Norm-Außentemperatur: Sie ändert alle Zeilen gleichzeitig, weil sie in die Temperaturdifferenz eingeht.
Die Gebäude-Näherung mit einem Koeffizienten steht unter Heizlastrechner: Formel und Tabelle.