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COP der Wärmepumpe berechnen

Der COP sagt, wie viel Wärme eine Wärmepumpe je Kilowattstunde Strom liefert, gemessen in einem festen Betriebspunkt. Formel, Carnot-Näherung, Rechenbeispiel und Tabelle mit allen Annahmen.

Formel für den COP

COP = Wärmeleistung (kW) ÷ elektrische Leistungsaufnahme (kW)

Der COP gilt für eine Temperaturpaarung aus Wärmequelle und Heizwasser. Der Leitfaden zur DIN V 18599 führt die Leistungszahl für Wärmequellen von −7, 2, 7, 15 und 20 °C und Heizseiten von 35 und 50 °C und weist darauf hin, dass sie vom Gerätebaujahr abhängt. COP-Werte verschiedener Geräte sind deshalb nur bei gleicher Paarung vergleichbar. Der Jahreswert heißt Jahresarbeitszahl, dazu die Seite JAZ der Wärmepumpe berechnen.

Carnot-Näherung für die Tendenz

COP ≈ Gütegrad × T_warm ÷ (T_warm − T_kalt), Temperaturen in Kelvin

T_warm ist die Heizwassertemperatur, T_kalt die Temperatur der Wärmequelle; Kelvin = °C + 273,15. Der Gütegrad gibt an, welchen Teil der theoretischen Carnot-Leistungszahl ein Gerät erreicht. Das ist ein Modell, kein Gerätewert; den Gütegrad liefert nur das Datenblatt oder eine Messung.

Rechenbeispiel (Annahmen)

  • Annahme: Wärmequelle 7 °C, Heizwasser 35 °C, Gütegrad 0,40 (Beispielwerte, kein Gerät).
  • Carnot-Leistungszahl: (35 + 273,15) ÷ (35 − 7) ≈ 11,0.
  • Modell-COP: 0,40 × 11,0 ≈ 4,4.
  • Annahme: Das Gerät soll 5,0 kW Wärme abgeben. Die elektrische Leistung ist dann 5,0 kW ÷ 4,4 ≈ 1,14 kW.

Tabelle: Carnot-Leistungszahl und Modell-COP

Die Wärmequellen-Temperaturen und die beiden Heizseiten entsprechen den Paarungen im Leitfaden zur DIN V 18599. Carnot-Leistungszahl und Modell-COP sind gerechnet, der Gütegrad 0,40 ist eine Annahme.

Carnot-Leistungszahl und Modell-COP bei Wärmequellen von −7 bis 20 °C und Heizseiten von 35 und 50 °C
WärmequelleCarnot bei 35 °CCOP bei 35 °C (Gütegrad 0,40, Annahme)Carnot bei 50 °CCOP bei 50 °C (Gütegrad 0,40, Annahme)
−7,0 °C7,32,95,72,3
2,0 °C9,33,76,72,7
7,0 °C11,04,47,53,0
15,0 °C15,46,29,23,7
20,0 °C20,58,210,84,3

Quellen: Temperaturpaarungen aus Leitfaden Energetische Gebäudebilanzierung nach DIN V 18599, Tabelle 19. Rechenvorschrift: Carnot-Leistungszahl aus der Thermodynamik (Lehrbuchformel, keine Norm). Gütegrad: Annahme. Die Tabelle zeigt die Tendenz: Bei kleinerem Temperaturunterschied steigt die Leistungszahl, bei 50 °C Heizwasser liegt sie niedriger als bei 35 °C. Die Werte bei hoher Quelltemperatur sind Rechenwerte des Modells und keine Gerätewerte. Zum Einordnen: Im Feldtest des Fraunhofer ISE (Presseinformation 03.11.2025, 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern) lag die Jahresarbeitszahl der Luft/Wasser-Anlagen im Mittel bei 3,4; das ist eine andere Größe als ein COP.

Was den COP beeinflusst

  • Temperatur der Wärmequelle: Außenluft, Grundwasser oder Erdreich liegen auf unterschiedlichem Niveau; die Heizleistung hängt laut Leitfaden zur DIN V 18599 von Wärmequelle und Heizwassertemperatur ab.
  • Heizwassertemperatur: Eine niedrigere Vorlauftemperatur verkleinert den Temperaturunterschied. Wie Sie sie senken, zeigt der Beitrag Vorlauftemperatur optimieren.
  • Gerät und Baujahr: Der Gütegrad unterscheidet sich je Gerät; das Datenblatt nennt die Werte für festgelegte Paarungen.
  • Betrieb über das Jahr: Aus dem COP im Betriebspunkt wird die Jahresarbeitszahl erst mit dem Verlauf der Außentemperatur und mit Hilfsenergien. Im Feldtest des Fraunhofer ISE lieferte der Heizstab bei Luft/Wasser-Anlagen 1,3 % der elektrischen Arbeit.

Welche Heizleistung die Wärmepumpe haben muss, folgt aus der Heizlast: Heizleistung der Wärmepumpe berechnen; ab welcher Außentemperatur sie allein nicht mehr reicht, zeigt der Bivalenzpunkt.

Häufige Fragen zum COP

Wie berechnet man den COP einer Wärmepumpe?
COP = abgegebene Wärmeleistung ÷ aufgenommene elektrische Leistung in einem bestimmten Betriebspunkt. Gibt das Gerät 5 kW Wärme ab und nimmt 1,25 kW Strom auf, ist der COP 4,0. Gerätewerte stehen im Datenblatt für festgelegte Temperaturpaarungen.
Was ist der Unterschied zwischen COP und Jahresarbeitszahl?
Der COP ist eine Momentaufnahme bei festgelegten Temperaturen. Die Jahresarbeitszahl setzt die Wärme eines ganzen Jahres ins Verhältnis zum Strom des Jahres. Wie sie entsteht, erklärt die Seite zur JAZ.
Warum ändert sich der COP mit der Außentemperatur?
Je größer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizwasser, desto mehr Strom braucht die Wärmepumpe je Kilowattstunde Wärme. Im Leitfaden zur DIN V 18599 wird die Leistungszahl deshalb für feste Paarungen der Wärmequelle (−7, 2, 7, 15 und 20 °C) und der Heizseite (35 und 50 °C) angegeben.
Was ist die Carnot-Leistungszahl?
Die theoretische Obergrenze für zwei Temperaturen: Warmseite in Kelvin geteilt durch den Temperaturunterschied. Reale Geräte erreichen nur einen Teil davon. Die Näherung eignet sich zum Abschätzen der Tendenz, nicht für Gerätewerte.
Kann ich mit der Tabelle ein Gerät auswählen?
Nein. Die Tabelle zeigt, wie Quell- und Heiztemperatur die Leistungszahl in einem Modell verschieben. Für die Auswahl zählen die Datenblattwerte des Geräts bei Ihrer Vorlauftemperatur und die raumweise berechnete Heizlast.
Rechnet HeizNorm den COP?
Nein. HeizNorm rechnet die raumweise Heizlast, die Grundlage für die Leistungsauswahl. Den COP eines Geräts entnehmen Sie dem Datenblatt.

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