SHK-Schnellauslegung Wärmepumpe
Im Kundengespräch brauchen SHK-Betriebe einen schnellen Richtwert für die Wärmepumpenleistung — bevor die aufwendige DIN-12831-Berechnung erstellt wird. Die Schnellauslegung liefert diesen Richtwert.
Was ist eine SHK-Schnellauslegung?
Die Schnellauslegung ist eine vereinfachte Heizlast-Schätzung auf Basis von drei Eckdaten des Gebäudes: Standort (PLZ), Wohnfläche und Baujahr. Sie nutzt Pauschalwerte aus DIN/TS 12831-1 und liefert einen Näherungswert für die benötigte Wärmepumpenleistung.
Sie ersetzt keine vollständige Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 — aber sie gibt im Kundengespräch eine fundierte erste Orientierung, bevor der Auftrag besprochen wird.
Typischer Use Case: Kundengespräch vor Ort
Eigentümer fragt: "Was für eine Wärmepumpe brauche ich?" — Sie erfassen PLZ, Wohnfläche (ca. 150 m²) und Baujahr (1978, unsaniert) und erhalten sofort: geschätzte Heizlast ca. 12–15 kW, empfohlene Wärmepumpenleistung 12–14 kW. Damit können Sie das Gespräch konkret weiterführen, ohne vor Ort die volle Berechnung durchzuführen.
3-Felder-Schnelleingabe — so funktioniert es
Die Schnellauslegung braucht nur drei Angaben. Alle weiteren Werte (Norm-Außentemperatur, U-Wert-Pauschalwerte nach Baujahr, Luftwechselrichtwerte) werden automatisch aus den Tabellen der DIN/TS 12831-1 übernommen.
PLZ
Standort des Gebäudes — legt die Norm-Außentemperatur nach DIN/TS 12831-1 fest.
z.B. 80331 München → −12 °C
Wohnfläche
Beheizte Wohnfläche in m². Bei mehrgeschossigen Gebäuden die Gesamtfläche aller Etagen.
z.B. 150 m² (EFH 2-geschossig)
Baujahr
Baujahr des Gebäudes — bestimmt die Pauschal-U-Werte nach DIN/TS 12831-1 (vor 1978, 1979–1994, ab 1995).
z.B. 1978 → Altbau, schlecht gedämmt
Sofortergebnis: Geschätzte Heizlast als Richtwert
Aus PLZ, Wohnfläche und Baujahr berechnet HeizNorm eine geschätzte Gebäudeheizlast in kW — inklusive Hinweis auf die Bandbreite (±20–30%, da ohne detaillierte Gebäudeaufnahme). Dieser Richtwert ist ideal für das Erstgespräch, reicht aber für einen BAFA-Antrag nicht aus.
Schnellauslegung vs. vollständige Heizlast nach DIN 12831
| Kriterium | SHK-Schnellauslegung | Vollständige DIN-12831-Heizlast |
|---|---|---|
| Eingaben | PLZ, Wohnfläche, Baujahr | Alle Räume, U-Werte, Fenster, Lüftung |
| Genauigkeit | ±20–30% (Richtwert) | ±5–15% (nach DIN EN 12831) |
| Für den BAFA-Antrag? | Nein | Ja |
| Für den KfW-Antrag? | Nein | Ja |
| Verwendung | Erstgespräch, Angebot | Förderantrag, Genehmigung, Nachweis |
Hinweis: Für BAFA-Auslegung volle Heizlast erforderlich
Die Schnellauslegung reicht für die BAFA-Förderung nicht aus. Die BAFA verlangt seit 2023 eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 als Pflicht-Nachweis. Erstellen Sie nach dem Erstgespräch die vollständige Heizlast — mit HeizNorm.
Praxis-Workflow für SHK-Betriebe
Schnellauslegung: PLZ + Wohnfläche + Baujahr → Richtwert Heizlast und Wärmepumpenleistung
Auf Basis des Richtwerts Wärmepumpenmodell vorschlagen, Angebot kalkulieren
Raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 → PDF für den BAFA-Antrag
Heizlast-PDF dem Antrag beifügen → Förderung beantragen vor Baubeginn
Volle Heizlastberechnung starten
Nach der Schnellauslegung die vollständige Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erstellen — inkl. PDF-Export, ab 98 €/Monat zzgl. USt. (monatlich kündbar).