Förderung Wärmepumpe: Checkliste für Antragsteller (KfW 458)
Den Zuschuss für eine neue Wärmepumpe beantragen Sie seit 2024 bei der KfW (Produkt 458, Richtlinie BEG EM), nicht mehr beim BAFA. Das BAFA führt nur noch die Wärmeerzeugerliste der förderfähigen Geräte. Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch den Ablauf nach dem KfW-Merkblatt 458.
Fördersätze und Höchstbeträge nach BEG EM
- Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten (für Anträge bis 31.12.2026). Ab dem ersten Quartal 2027 beträgt der Fördersatz für Wärmepumpen nach BEG EM Nr. 8.4.1 c 15 %; dazu kommt nach Nr. 8.4.6 ein Wertschöpfungs-Bonus von 15 Prozentpunkten, wenn die Wärmepumpe ihren Ursprung in der EU hat.
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 % für Anträge vor dem 01.02.2027, danach 12 % ab 01.02.2027, 8 % ab 01.08.2027, 4 % ab 01.02.2028; ab 01.08.2028 entfällt er. Nur für selbstnutzende Eigentümer beim Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtstromspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung.
- Einkommensbonus (nur selbstnutzende Eigentümer, nach zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen): 40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 €. Mit mindestens einem Kind unter 18 im Haushalt sinkt das anzusetzende Einkommen einmalig um 10.000 €.
- Obergrenze: 70 % der förderfähigen Kosten; 80 % nur mit der 40-%-Stufe des Einkommensbonus.
- Förderfähige Kosten: höchstens 28.000 € für die erste Wohneinheit (sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 € bis auf 22.000 € ab 01.08.2030), je 15.000 € für die 2. bis 6. und je 8.000 € ab der 7. Wohneinheit.
- iSFP-Bonus: gilt nicht für den Heizungstausch (BEG EM Nr. 8.4.2 nimmt Maßnahmen nach Nr. 5.3 aus).
Beispiel erste Wohneinheit: 70 % von 28.000 € = 19.600 € Zuschuss, mit der höchsten Einkommensstufe 80 % = 22.400 €.
Quelle: Richtlinie BEG EM vom 17.08.2026 (BAnz AT 27.08.2026 B1), KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. Über die Förderung entscheidet die KfW.
Schritt 1: Prüfen Sie Ihre Berechtigung
Wer ist antragsberechtigt?
Nach BEG EM Nr. 6.1 alle Investoren von förderfähigen Maßnahmen an Wohngebäuden, zum Beispiel private Hauseigentümer und Wohnungseigentümergemeinschaften. Die Boni für Klimageschwindigkeit und Einkommen erhalten nur selbstnutzende Eigentümer für die selbstgenutzte Wohneinheit.
Welche Gebäude werden gefördert?
- ✓ Bestandsgebäude: Bauantrag oder Bauanzeige liegt zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurück (BEG EM Nr. 3 a)
- ✓ Wohngebäude: Produkt 458 gilt für Privatpersonen und Wohnungseigentümergemeinschaften mit Wohngebäuden
Schritt 2: Technische Anforderungen prüfen
Die Technischen Mindestanforderungen (TMA) der BEG EM legen fest, welche Wärmepumpen gefördert werden:
- Jahresarbeitszahl: Die Wärmepumpe ist so auszulegen, dass mindestens eine JAZ von 3,0 erreicht wird (TMA 3.4.6); Nachweis per Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1 (TMA 3.4.7).
- Geräuschemissionen: Das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe muss mindestens 10 dB unter den Grenzwerten der Ökodesign-Verordnung (EU) Nr. 813/2013 liegen (TMA 3.4.5).
- Kältemittel: Natürliche Kältemittel (z. B. R290 Propan) werden empfohlen; ab 1. Januar 2028 werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert (TMA 3.4.4).
- Erdwärmesonden: Bohrfirma nach DVGW W 120-2 zertifiziert, Bohrung verschuldensunabhängig versichert (TMA 3.4.6).
Wärmeerzeugerliste des BAFA prüfen
Gefördert werden nur Wärmepumpen, die in der Wärmeerzeugerliste „Wärmepumpen“ des BAFA geführt sind. Prüfen Sie das gewünschte Modell, bevor Sie Angebote einholen.
Pflicht: Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B
Die BEG EM verlangt einen hydraulischen Abgleich nach Verfahren B, bestätigt auf dem Formular der VdZ (Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e. V.); bei luftgeführten Systemen sind die Luftvolumenströme anzupassen. Dazu gehören gedämmte Rohrleitungen und eine an das Gebäude angepasste Heizkurve. Mehr dazu im Artikel Hydraulischer Abgleich für Wärmepumpen.
Schritt 3: Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erstellen
Zur korrekten Auslegung ist die Anlage anhand einer raumweisen Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 zu dimensionieren (TMA 3.1). Vereinfachungen sind nach der Leistungsbeschreibung im VdZ-Bestätigungsformular möglich.
- Raumweise Dokumentation: Jeder beheizte Raum wird einzeln erfasst
- Gebäudedaten: U-Werte, Flächen und Volumen nachvollziehbar angeben
- Auslegungstemperatur: Norm-Außentemperatur für den Standort
- Wärmepumpenleistung: passend zur berechneten Gebäudeheizlast
Schritt 4: Antrag stellen – vor Vorhabenbeginn
Vorhabenbeginn: Ein Liefer- oder Leistungsvertrag ohne aufschiebende oder auflösende Bedingung der KfW-Zusage oder der Start der Bauarbeiten vor Ort gilt als Vorhabenbeginn. Beginnt das Vorhaben vor der Antragstellung, ist eine Förderung ausgeschlossen (KfW-Merkblatt 458).
- Bestätigung zum Antrag (BzA): Ein Energieeffizienz-Experte oder ein Fachunternehmen erstellt die BzA.
- Vertrag mit Bedingung: Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung der Förderzusage abschließen.
- Antrag in „Meine KfW“: Produkt „BEG Heizungsförderung Privatpersonen – Wohngebäude“ (458) wählen, BzA und Vertrag hochladen – vor Vorhabenbeginn.
- Umsetzung: Nach der Zusage das Vorhaben innerhalb von 36 Monaten abschließen (Bewilligungszeitraum).
- Bestätigung nach Durchführung (BnD): Experte oder Fachunternehmen bestätigt die Umsetzung.
- Nachweise einreichen: BnD und Rechnungen innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Vorhabens (Datum der letzten Rechnung) in „Meine KfW“ hochladen; danach wird der Zuschuss ausgezahlt.
Schritt 5: Häufige Fehler vermeiden
- Vertrag ohne Bedingung vor dem Antrag unterschrieben – gilt als Vorhabenbeginn.
- Gerät nicht in der Wärmeerzeugerliste des BAFA – vor dem Angebot prüfen.
- Hydraulischer Abgleich nicht nach Verfahren B oder nicht auf dem VdZ-Formular bestätigt.
- Rechnungen bar bezahlt – Rechnungen sind unbar zu begleichen, Zahlungsbelege gehören zu den Nachweisen.
- Nachweisfrist versäumt – ohne fristgerechte Nachweise verfällt der Zuschuss.
Checkliste zum Abhaken
Vor Antragstellung:
- ☐ Gebäude ist Bestandsgebäude (Bauantrag mindestens fünf Jahre alt)
- ☐ Wärmepumpe steht in der Wärmeerzeugerliste des BAFA
- ☐ Raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erstellt
- ☐ JAZ ≥ 3,0 nach VDI 4650 berechnet
- ☐ Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B eingeplant
- ☐ BzA durch Energieeffizienz-Experten oder Fachunternehmen erstellt
- ☐ Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung
- ☐ Bei Einkommensbonus: Einkommensteuerbescheide für das zweite und dritte Jahr vor Antragstellung
Nach der Zusage:
- ☐ Wärmepumpe installiert, hydraulischer Abgleich auf VdZ-Formular bestätigt
- ☐ Rechnungen unbar bezahlt, Positionen einzeln aufgeschlüsselt
- ☐ BnD erstellt
- ☐ Nachweise binnen sechs Monaten nach der letzten Rechnung in „Meine KfW“ hochgeladen
Beispielrechnung: Zuschuss für die erste Wohneinheit
Förderfähige Kosten von 28.000 € (Höchstbetrag erste Wohneinheit), Klimageschwindigkeitsbonus für Anträge vor dem 01.02.2027:
| Konstellation | Fördersatz | Zuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Nur Grundförderung | 30 % | 8.400 € | 19.600 € |
| + Klimageschwindigkeitsbonus | 46 % | 12.880 € | 15.120 € |
| + Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus (über 30.000 bis 40.000 €) | 70 % | 19.600 € | 8.400 € |
| + Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus (bis 30.000 €) | 80 % | 22.400 € | 5.600 € |
Grundförderung für Anträge bis 31.12.2026. Fördersätze aus der BEG EM, gedeckelt auf 70 % bzw. 80 % mit der höchsten Einkommensstufe.
Heizlastberechnung für den Förderantrag
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